Mikrobiomdiagnostik & Darmtherapie

Wenn man aktuell „microbiome“ in das PubMed Studienportal eingibt, bekommt man 223.133 Resultate. Im Jahr 2000 waren es noch 653 Resultate. Auf diesem Gebiet wurde also extrem viel Forschung betrieben. Leider ist das in der schulmedizinischen Routinediagnostik bisher kaum angekommen.

Gerade in der Gastroenterologie spielt das Mikrobiom in der Alltagsdiagnostik kaum eine Rolle obwohl seit 10 bis 15 Jahren die Veröffentlichungen bezüglich Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn, SIBO und andere genauso exponentiell zugenommen haben.

Der Teil der Bevölkerung ,der an unspezifischen Darmbeschwerden und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen leidet steigt weiter an, ohne dass es anscheinend Erklärungen und ursächliche Behandlungen dafür gibt. Sicherlich gibt es inzwischen eine Reihe von sogenannten Biologicals und weitere Immuntherapeutika, die auch zweifelsohne eine Wirksamkeit haben können und einer Reihe von Patienten das Leben hauptsächlich mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen erleichtern können.

Eine Heilung stellt diese Behandlung kaum dar und ursächlich ist sie keinesfalls, wobei dies auch in der Tat manchmal schwierig sein kann und die Entzündungskaskade oder Autoimmunität sonst nicht beherrschbar wäre.

Also mögen diese Therapeutika mit ihren hohen Kosten in bestimmten Fällen ihre Berechtigung haben. Für die breite Masse der Darmprobleme kommen sie nicht in Frage.

Ich möchte nur kurz einen Fall in meiner Praxis schildern:

Eine 60-jährige Patientin kommt mit chronischen Darmbeschwerden zu mir. Sie wurde in einer gastroenterologischen Klinik endoskopiert. Es wurden schwere entzündliche Veränderungen im Colon mit Divertikulitis festgestellt.

Die Patientin erhielt keine Ernährungs-und Verhaltensrichtlinien nach der Erstbehandlung mit Schmerzmitteln und sollte nach 1 Jahr wieder zur Endoskopie kommen. Damit wollte sie sich nicht zufrieden geben.

Nach 1 Jahr ging sie zur Kontrollkoloskopie. Hier fanden sich keine Schleimhautentzündungen mehr und die Divertikel waren blande. Die Patientin war seit halbem Jahr beschwerdefrei.

Die Therapie basierte rein auf Ernährungsumstellung, Kautraining, Verbesserung von Maldigestion, Darmschleimhauttherapie, Mikrobiomlenkung und antientzündlicher Medikation aus der Naturheilkunde.

Sicherlich ist völlige Beschwerdefreiheit leider nicht immer zu erreichen. Aber Besserungen einer chronischen Verstopfung (intestinale Giftanhäufung!) oder Diarrhoe, der Reizdarmbeschwerden, der Blähungen, des Druck-und Völlegefühls sind doch regelmäßig möglich-wenn man die Ursachen der Beschwerden sucht und behandelt. Und da der Darm und sein Mucosa-Immunsystem die Gesundheit des ganzen Organismus ganz wesentlich mitbestimmt, kommt man bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen jedweder Art am Darm überhaupt nicht vorbei – auch wenn hier keinerlei Beschwerden und Symptome vorliegen! Das ist manchmal schwierig zu vermitteln, wenn es zum Beispiel um chronische Hautprobleme oder Gelenkbeschwerden geht.

Die Ursachen der zunehmenden Darmprobleme sind vielfältig. Sicher aber ist, dass unsere völlig veränderte industrialisierte Nahrung, die leider nicht mehr als artgerecht zu bezeichnen ist, einen Großteil dieser Misere ausmacht. Unser Immunsystem sieht sich außerdem unzähligen unbekannten Stoffen ausgesetzt, von denen auch etliche toxisch für uns sind, auch wenn sie unter der zugelassenen Grenze liegen. Schwermetalle sind ubiquitär und werden mit leaky gut in Verbindung gebracht – was wiederum die Intoleranzen auf Nahrungsmittel selbst erhöht. Dazu kommen Weichmacher, Mikroplastik und vieles mehr. Es ist nicht einfach, sich heutzutage gesund zu ernähren, besonders wenn man die erhöhten Kosten von Biolebensmitteln nicht stemmen kann. Und auch hier gibt es Qualitätsunterschiede. Ebenso ist eine komplette Vermeidung von Strahlenbelastungen und Elektrosmog nicht möglich.
Trotzdem ist sehr häufig eine Ernährungsänderung erforderlich. Hier können Laborwerte und der Mikrobiombefund weiterhelfen. Manchmal ist eine strengere Ernährungsumstellung auch nur einige Monate erforderlich. Eine biologische, pflanzenbasierte, antientzündliche Kost mit guten Fetten und reduziertem Kohlenhydratanteil ist jedoch generell beizubehalten, um langfristige Besserungen zu erzielen.
Der Mikrobiombefund und Metabolombefund ( Stoffwechselprodukte der Darmbakterien) sind für mich wegweisend und therapieentscheidend. Der einfache unspezifische Einsatz eine Probiotikums ist oft nicht zielführend. Zunächst müssen die individuellen Ursachen aufgedeckt werden um nach einer Ernährungsumstellung, Reinigungstherapie, Schleimhauttherapie das Milieu und die Mikrobiotaverhältnisse „ umzulenken“. Ich kann das Mikrobiom nicht völlig verändern, ich kann nur versuchen, pathogenen Bakterien das Leben schwer zu machen und die Vermehrung erwünschter „ Mitbewohner“ zu fördern. Rowdies sind nicht förderlich für das friedliche Zusammenleben.
Essentiell ist die Förderung von Akkermansia. Inzwischen kann er auch gefriergetrocknet eingenommen werden. Bisher konnte man ihn nur durch Ballaststoffzufuhr (30-50 g mindestens pro Tag!) zur Vermehrung anregen. Ohne diesen Keim, der in vielen Mikrobiombefunden extrem dezimiert ist, ist die Aufrechterhaltung der Grenzfläche Darm durch den Schutzwall Darmschleim nicht möglich. Auch fehlt es dadurch an Butyrat, das der wichtigste antientzündliche Stoff des Darms darstellt. Butyrat als wesentliche kurzkettige Fettsäure stellt den Nährstoff der Enterozyten dar und ist für die Darm-Hirn-Achsenverbindung essentiell.
Als relative neue Therapie kann inzwischen ein individuelles Probiotikum nach dem jeweiligen Mikrobiombefund hergestellt werden. Es enthält die individuell erforderliche Keimzusammensetzung und auch die Präbiotika. Fucosyllaktose zum Besipiel ist ein hervorragendes Mittel, Bifidobakterien zu unterstützen, welche antientzündlich sind und eine Rolle bei der Serotoninproduktion spielen neben vielen anderen positiven Eigenschaften.

Generell gelten nach wie vor die Sätze von Hippokrates:

„Alle Krankheiten beginnen im Darm“ und
       „So wie die Nahrung chronische Erkrankungen verursacht kann sie auch das mächtigste Heilmittel sein“

In diesem Sinne: es ist nie zu spät , sich um die Wurzel aller Gesundheit und Krankheit zu kümmern: den Darm!

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