IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxietraining) und chronische Borreliose

IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxietraining) und chronische Borreliose

IHHT (Intervall-Hypoxie/ Hyperoxietraining) und chronische Borreliose

In der schulmedizinischen Betrachtung existiert zwar eine liquorgesicherte, chronische Neuroborreliose, aber der Begriff chronische Borreliose wird sehr kontrovers diskutiert und die Beschwerden der Patienten als nicht beweisend für Borreliose angesehen. In der ganzheitlichen, funktionellen Medizin wird die chronische Borreliose mit z. T. nicht schulmedizinischen Methoden diagnostiziert und behandelt. Daher gibt dieser Artikel lediglich meine Erfahrung und Sicht auf die Dinge wieder, welche auch von vielen Therapeuten der ganzheitlichen Regulationsmedizin getragen wird.

Der gemeine Holzbock aus der Gattung der Ixodes, wie eine Zeckenart bei uns heißt, ist inzwischen in ganz Deutschland weit verbreitet. Früher galten immer nur Gebiete südlich des Mains und Teile von Österreich als zeckenverseucht. Dies gehört der Geschichte an. Zum Beispiel können Sie bei einem Zeckenstich in Grünanlagen in München und Hamburg mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 50% an eine mit Borrelien infizierte Zecke geraten. Das ist enorm viel. Im eigenen Garten holen sich viele Hobbygärtner immer wieder Zeckenbisse. Außerdem sind viele Besitzer von Hunden und Katzen in ständigem Zeckenkontakt und wer Igel im Garten hat, kann davon ausgehen, dass diese in 100 % der Fälle mit allen möglichen erregerbehafteten Zecken besiedelt sind, bei all ihrer Nützlichkeit.

Zecken sind enorm widerstandsfähig und überstehen Temperaturen zwischen minus 20 und plus 50 Grad Celsius problemlos. Da muss man sie in der Waschmaschine schon kochen, damit sie sicher abgetötet sind. Die Zecken haben so ihre Vorlieben und stechen nicht jeden. Sie verfolgen auch ihre Opfer über viele Meter und sind enorm schnell. Zeckenaktivität haben wir inzwischen das ganze Jahr über. Hausmittel wie ätherische Öle können zur Zeckenabwehr helfen, oder auch nicht.

Der beste Schutz sind immer noch Strümpfe, geschlossenen Schuhe, lange Hosen und Langarmshirts – aber wer mag das denn im Sommer? Und dabei sollte man dennoch nicht vergessen, nach dem Picknick auf der Wiese gründlich nach den winzigen Quälgeistern auf der Haut zu suchen. Besonders Kniekehlen, Achselhöhlen, Nacken usw. sind beliebte Andockstellen. Ganz besonders schwierig ist es, die hellen Nymphen zu entdecken, die sehr oft mit Borrelien verseucht sind.

Das Problem nach einem Stich mit einer infizierten Zecke ist weniger die Frühsommermeningoenzephalitis, an der man natürlich auch erkranken kann. Aber viele Menschen sind dagegen geimpft. Das heimtückischere Problem ist die Borreliose. Und sie kann in Gesellschaft von anderen Erregern kommen-wie z. B. Babesien, Bartonellen, Rickettsien, Chlamydien und verschiedene Viren, die ebenfalls durch die Zecken übertragen werden können oder bereits bestehende Infektionen – wie z.B. EBV – im Körper reaktivieren können. Man weiß inzwischen, dass nicht nur Zecken, sondern auch verschiedene Stechmücken diese Erreger übertragen können. Und je wärmer es bei uns wird, umso mehr steigt das Risiko von Krankheiten, die früher nur in den subtropischen Gebieten heimisch waren.

Die Symptome der akuten Borreliose können grippeähnliche Beschwerden, Fieber und die sogenannte Wanderröte sein. Aber diese tritt nur bei ungefähr 50 % der Patienten auf – hier ist sie dann allerdings beweisend für eine Borrelieninfektion. Auch Gesichtsnervenlähmungen kommen vor und sind dann schon ein Symptom, das regelmäßig eine Borreliendiagnostik auch im Liquor nach sich ziehen sollte. Die Erstinfektion kann auch relativ symptomlos ablaufen. Die Labordiagnostik wird erst nach einigen Wochen positiv – wenn sie es denn wird. Die übliche Antikörperdiagnostik ist nicht immer zuverlässig und hängt auch von der individuellen Immunkompetenz ab und bei klinischem Verdacht sollten unbedingt weitere Testverfahren wie z. B. ein zellulärer Test angeschlossen werden.

Wenn die Borrelien durch eine Antibiotikatherapie nicht frühzeitig in den Griff zu bekommen waren oder die Infektion überhaupt nicht erkannt wurde, ziehen sich diese spiralförmigen Bakterien in alle möglichen Organsysteme zurück bis hin zum Zentralnervensystem. Sie können auch in runden Ruheformen oder in sogenannten Biofilmen relativ unbehelligt vom Immunsystem überall im Körper überwintern (und zwar auch IN den Zellen), um sich bei günstigen Verhältnissen wieder in die aktiven Formen zurückzuverwandeln. Dies macht die Behandlung der chronischen Borreliose zu einer wirklichen Herausforderung.

Die Symptome reichen von Erschöpfung, Nerven-und Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Merkfähigkeitsstörungen, Stimmungsschwankungen, Hautveränderungen bis hin zu Herzkreislaufproblemen –um nur einige zu nennen. Patienten mit chronischer Borreliose haben oft wechselnde Beschwerden unterschiedlicher Intensität und wenn die Diagnose nicht gestellt wird (und selbst wenn sie gestellt wurde) haben sie oft einen langen, jahrelangen Leidensweg. Nicht selten werden sie eher in die psychosomatische Kategorie wegen der unglaublich vielen Probleme eingestuft und mit Psychopharmaka versorgt. Andere bekommen monatelange Antibiotikatherapien mit verschiedensten Antibiotika gleichzeitig. Dies mag in Einzelfällen eine Erleichterung für gewisse Zeit bringen, aber eine Heilung kann daraus nicht werden. Denn erstens wird man nie alle Borrelien dadurch abtöten, da sie Meister im Verkleiden und Verstecken sind und außerdem schädigt man dadurch massiv die Mitstreiter unseres Immunsystems – nämlich unsere Mikrobiota im Darm – und das über viele Jahre!

Daher versucht man in der funktionellen Regulationsmedizin andere Wege zu gehen. Auch hier wird es nicht häufig gelingen, den Borrelien für immer das Handwerk zu legen. Aber die gewählten Methoden sind in der Regel doch wesentlich besser verträglich, auch wenn es hier zu Körperreaktionen kommen kann, wenn viele Borrelien zerfallen.

Besonders verschiedenste Kräutercocktails und basische Infusionen werden hier zum Einsatz kommen, die aber hocheffektiv sein können. Versorgung mit Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und antientzündlichen Substanzen sowie eine Milieutherapie (Borrelien mögen keinen basischen ph) und Unterstützung der Entgiftungsorgane Lymphe, Leber und Niere sind selbstverständlich. Auch spagyrische Mittel und Nosoden kommen zum Einsatz. Dies ist natürlich schulmedizinisch nicht validiert, aber das heißt nicht, dass die unterstützende Naturheilkunde keine Erfolge in der Borreliosetherapie zu verzeichnen hätte. Die Dauergabe von Antibiotika über Monate und Jahre ist nach meinem Verständnis nicht zielführend und wird auch von vielen Betroffenen abgelehnt. Aber das gibt meine persönliche Meinung wieder und kann im Einzelfall anders sein.

Nun kommen wir zu einem ganz neuen, möglicherweise vielversprechenden Verfahren in der Behandlung der chronischen Borreliose: die IHHT.

Ich habe bereits in früheren Beiträgen über das Wesen der IHHT berichtet. Es ist eine mögliche Trainingstherapie für verschiedene Indikationen zur Revitalisierung des Organismus. 2019 wurde der Nobelpreis an 3 Wissenschaftler für die Erforschung der Zellvorgänge unter Sauerstoffreduktion vergeben. Dosierte Hypoxie kann so Regenerationsvorgänge mit dem Ziel der Mitochondrienerneuerung und dadurch bedingten Erhöhung der Energieausbeute neben vielen anderen günstigen Auswirkungen auf den Organismus haben. Inzwischen wurde jetzt immer wieder empirisch auch eine erstaunliche Wirkung bei chronischer Borreliose festgestellt. Bisher sind mir keine Studien bekannt, die dies im Großen bestätigen können, aber eine ganze Reihe Regulationsmediziner haben diese günstige Wirkung der IHHT festgestellt. Hierbei ist es so, dass die Borrelien, die sich in bradytrophe Gewebe wie z. B. Gelenke zurückziehen, durch Hypoxie hervorgelockt werden. Das bedeutet, durch die kurzzeitige Hypoxie gelangen sie in die Blutbahn, wenn die Sauerstoffsättigung des Patienten unter 90 % fällt. Dann schaltet das IHHT sehr schnell auf Hyperoxie über 30 % Sauerstoffgehalt um und die Borrelien können der für sie tödlichen plötzlichen Sauerstoffanreicherung nicht schnell genug entkommen. Das Prinzip ist also sehr einfach und ungefährlich für den Patienten. Gleichwohl befindet sich die IHHT Borrelientherapie noch in der Erprobungsphase-ist aber sehr spannend. Die Einstellung der IHHT wird speziell auf die Borrelienbehandlung abgestimmt. Sicher werden auch hier nicht auf einmal alle Borrelien abgetötet, was auch nicht erwünscht wäre. Aber durch eine Reihe von Sitzungen ( in der Regel 10 bis 20 Mal-das hängt auch von der Erregerbelastung und der individuellen Konstitution des Organismus ab) gehen nach Erfahrungen von vielen IHHT-Therapeuten die Symptome zurück.

Somit freuen wir uns, dass wir unseren Patienten jetzt dieses neue Verfahren anbieten können – selbstverständlich nicht nur zur Borreliosebehandlung.

Wir informieren Sie gerne!

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ulrike Walter und Team

Höhentraining im Ruhesessel (IHHT)

Höhentraining im Ruhesessel (IHHT)

Höhentraining im Ruhesessel in unserer Praxis (IHHT)

Wir nehmen Sie mit auf den Kilimandscharo!

2019 wurde der Medizin Nobelpreis an drei Wissenschaftler für ihre Erkenntnisse in der Hypoxieforschung verliehen. William Kaelin, Gregg Semenza und Peter Ratcliffe hatten Mechanismen in Zellen entdeckt, die sie befähigen, den Sauerstoffgehalt in der Umgebung zu messen und Anpassungsvorgänge zu initiieren.

Vom Höhentraining der Sportler ist bekannt, dass der Körper auf Sauerstoffreduktion in der Höhe mit einem Anstieg des Hormons Erythropoetin reagiert, was zu einer vermehrten Bildung von roten Blutkörperchen führt und zusammen mit einer Induktion von Neubildung kleinster Blutgefäße damit auch zu einer Leistungssteigerung und mehr Energie. Die Forscher hatten auf der Suche nach dem Sensor für die Anschaltung des EPO-Gens einen Proteinkomplex entdeckt, der diese Genreaktion abhängig vom Sauerstoffgehalt reguliert. Sie nannten ihn HIF-a Faktor. Wenn der Sauerstoff knapp wird, reichert sich dieser Faktor in den Zellen an und ermöglicht z.B. Muskelzellen, auch bei großer Anstrengung weiter zu funktionieren.

Die Orte der Energiegewinnung in der Zelle sind die Mitochondrien – unsere Zellkraftwerke. Der bevorzugte Kraftstoff für die Energiegewinnung ist der Sauerstoff. Hauptsächlich in der Atmungskette in den Mitochondrien findet unter Sauerstoffverbrauch die Energieproduktion aus den Nährstoffen statt. Täglich wird hier annähernd unser Körpergewicht an Energie produziert (ATP).

Wenn unsere Zellkraftwerke geschwächt oder dezimiert sind, werden wir das an unserem Energielevel zu spüren bekommen. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Toxinbelastungen und Mikronährstoffmängel, z.B. durch ungünstige Ernährungsgewohnheiten, Medikamente, elektromagnetische Belastung, chronischen Stress, körperliche Überforderung, Schlafmangel, Umweltschadstoffe, bakterielle und virale Belastungen und vieles mehr können zu einer Schädigung der Mitochondrien führen. Je länger diese Dinge auf den Körper einwirken, um so eher kommt es zu Symptomen, da die Kompensationsmechanismen nicht mehr optimal greifen können. Zellschäden durch massives Anfallen von Sauerstoff und Stickstoffradikalen sind nicht zu vermeiden, wenn keine Gegenmaßnahmen erfolgen. Alle Alterungsprozesse sind letztlich Oxidationsvorgänge – wie eine Banane langsam eine bräunliche Färbung annimmt.

Freie Radikale sind primär notwendig. Wir brauchen Sie z.B. für unser Immunsystem zur Abwehr von Erregern und Krebszellen. Sie entstehen ständig natürlicherweise bei der Energiegewinnung in den Mitochondrien. Das ist aber nur ein Problem, wenn im Verhältnis zu wenig Radikalfänger zur Verfügung stehen. Die freien Radikale werden sich unter Schädigung von Zellwänden und Raub von Mikronährstoffen Reaktionspartner suchen. Daher ist es wichtig, durch eine gesunde Ernährung und sinnvolle Bewegung optimale Bedingungen für die Versorgung unserer Zellen mit ihren Energiekraftwerken zur Verfügung zu stellen.

Sicher haben Sie schon festgestellt, dass manche Menschen früher altern als andere und das biologische Alter nicht unbedingt dem tatsächlichen Lebensalter entsprechen muss. Die Fitness der Mitochondrien ist hier maßgeblich mitbeteiligt.

Diese Tatsachen sind messbar in Laborwerten und anderen Körperanalysesystemen. Wir können zum Beispiel mit dem sogenannten biologischen health index den Zustand der Mitochondrien und ihre Reservekapazität messen. Diese Messung ist sehr sinnvoll auch vor einem Höhentraining, um den Erfolg des Sauerstofftrainings zu verfolgen und die Einstellungen der Hypoxieintervalle und der Sauerstoffkonzentration besser zu taxieren. Wir können die ATP Produktion messen und wir können auch die Telomerlänge bestimmen. Die Telomere sind die Schutzkappen auf unseren DNA Strängen, und um gesund und vital zu bleiben, sollte die Telomerlänge möglichst erhalten werden. Durch die Aktivierung der Telomerase können aber Verkürzungs- und Alterungsvorgänge aufgehalten und vielleicht sogar zurückgedreht werden. Auch hier spielt wieder die Lebensweise, aber natürlich auch genetische Veranlagungen eine besondere Rolle. Es darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass Genetik nicht alles ist und durch Umwelt- und Lebensbedingungen (Epigenetik) diese genetische Disposition durchaus beeinflusst werden kann. Hier ist ein enormes Forschungsgebiet entstanden.

Wir bieten Ihnen in der Praxis die Messung des vegetativen Nervensystems an, um Ihren Stressindex und Ihre Erholungsfähigkeit über den Beruhigungsnerv Vagus zu ermitteln. Während des Sauerstofftrainings wird das vegetative Nervensystem und somit die Reaktion auf das Höhentraining fortlaufend gemessen.

Wir wissen zum Beispiel sehr genau, dass durch Fasten und durch Kälteeinwirkung die Mitochondrienfunktion gestärkt und Alterungsprozesse aufgehalten werden – also eine Lebensverlängerung bewirkt wird. Fastenmodelle sind überall im Gespräch und ob 16 und 8 oder 1 Fastentag pro Woche oder 2 Fastenwochen pro Jahr sind bei professioneller Durchführung und Beachtung von Kontraindikationen bewiesenermaßen gesundheitsfördernd. Und man muss nicht Wim Hof heißen, um täglich eine Kaltdusche zu absolvieren als Mitochondrientraining.

Auch verschiedene Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel stehen im Fokus der Gesunderhaltung und Lebensverlängerung. Generell trägt alles an bunter, vielfältiger Pflanzennahrung und gutes, stilles Quellwasser zu unserer Gesundheit bei. Dies ist die Basis von allem. Kein Nahrungsergänzungsmittel wird eine ungünstige Ernährung richten können.

Zusätzlich zugeführte Stoffe können aber bei erhöhtem Bedarf bei Krankheit, im Alter, zur Prävention bei genetischen Belastungen usw. sinnvoll sein. Hier sollte besonders auf vertrauenswürdige Firmen, die optimale Rohstoffe schonend verarbeiten und ohne Zusatz-und Füll-Farbstoffe auskommen, zurückgegriffen werden. Gerade bei der unglaublichen Menge an Menschen, die Intoleranzen und Allergien entwickelt haben kommt es auf die Qualität der Substanzen an.

Zum Beispiel können Polyphenole, Flavonoide und weitere sekundäre Pflanzenstoffe unsere Sirtuine günstig beeinflussen. Sirtuine sind Enzyme, die Langlebigkeitsgene anschalten können. Essen Sie deshalb immer wieder Brokkoli, Blaubeeren, Himbeeren, Aroniabeeren, schwarze Johannisbeeren, Sellerie. Trinken Sie grünen Tee und pressen Sie sich ab und zu ein grünes Smoothie mit Ruccola, Limette, Beeren, Ingwer, Sellerie, Zimt und Gerstengraspulver. Essen Sie täglich ein paar Nüsse und verwenden bestes Leinöl, Omega 3 Fischöl und Olivenöl.

Kommen wir auf die Sauerstofftherapie zurück. Sie kann als Mitochondrientraining verstanden werden und kann unsere Energiebilanz im Laufe der Sitzungen erhöhen. Unter der Hypoxie, also einem Zustand mit abgesenktem Sauerstoffanteil in der Atemluft können Reparatur- oder Aufräumungsarbeiten in der Zelle angestoßen werden. Das bedeutet, dass alte Zellkraftwerke mit niedriger Leistung ihrem Untergang zugeführt werden, damit schnell neue Mitochondrien mit mehr Power nachgebildet werden können. Reparaturarbeiten an erhaltungswürdigen Zellorganellen finden außerdem verstärkt statt.

Wie funktioniert die IHHT (Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie)?

Sie sitzen bequem in einem Ruhesessel und atmen entspannt durch ihre persönliche Atemmaske. Zusätzlich ist ein Virenfilter zwischen das Sauerstoffgerät geschaltet, um virale Kontaminationen in der Atemluft auszuschalten. Ein Brustgurt wird am Körper getragen. Er wird nach jeder Anwendung im Ultraschallbad desinfiziert, zusätzlich zur sonstigen Desinfektion.

Vor der IHHT-Sitzung machen wir den sogenannten BOLT Test mit Ihnen. Hierbei messen wir in Sekunden die Zeit, die Sie mit in der Ausatmung angehaltener Atmung schaffen können. Diese sollte mindestens 20 Sekunden betragen, am besten mehr. Je nach dieser Messung wird auch Ihr Training eingestellt. Der BOLT Wert sollte sich im Laufe der Trainingseinheiten verbessern.

Sinnvoll wäre auch eine Messung der Herzratenfrequenzvariabilität vor dem Training, um Ihren Stressindex aktuell zu bestimmen.

Während der etwa 40-minütigen Sitzung atmen Sie sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft im Intervall. Das Training ist nicht anstrengend, Sie können sogar dabei einschlafen. Auf Wunsch können wir Ihnen zusätzlich Entspannungsmusik über Kopfhörer oder auch über das Brainlight System eine professionelle, geführte Entspannungssitzung durch eine Spezialbrille mit Lichteffekten und Suggestionsprogrammen anbieten.

Während der gesamten Trainingseinheit wird kontinuierlich über ein Pulsoximeter die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen. Darüber erfolgt die Trainingskontrolle. Ihr Arzt kann das Training auf dem Gerätebildschirm verfolgen. Das Gerät selbst hat Sicherheitskriterien eingebaut, um bei einem Sauerstoffabfall unter einen eingestellten Grenzwert sofort automatisch gegenzusteuern.

Die Grundeinstellung des sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Intervalls wird Ihr Arzt für Sie einstellen. Zum Beispiel kann eine Grundeinstellung 4 Minuten sauertoffarme und 4 Minuten sauerstoffreiche Luft sein oder auch ein 5:3 Intervall. Die Sauerstoffsättigung wird zunächst sehr behutsam gesenkt und liegt etwa zunächst bei 85 % in der Hypoxiephase. Er wird mit der Zeit eventuell angepasst werden – je nach Trainingsfortschritt. Zunächst werden eher die Intervalle der Hypoxie im Training verlängert, bevor möglicherweise die Sauerstoffkonzentration verändert wird. Es ist erwiesen, dass zu ehrgeizige Trainingseinheiten mit zu kurzen sauerstoffreichen und zu vielen sauerstoffarmen Sequenzen nicht zielführend sind und eher den Erfolg schmälern. Für Athleten mag es hier andere Kriterien geben, um einen stärkeren Trainingsreiz zu setzen.

Wie viele Sitzungen sind sinnvoll?

Wenn Sie sich für die IHHT entscheiden, sollte es klar sein, dass es sich um ein Zelltraining handelt und eine Sitzung nur ein Hineinschnuppern in die Welt des Höhentrainings ist.

Insgesamt sind 10 Sitzungen unbedingt zu empfehlen, am besten 15. Über 20 Sitzungen in einer Trainingsreihe sind meist nicht sinnvoll oder erforderlich, aber natürlich nicht schädlich. Die positiven Effekte halten in der Regel monatelang an.

Wie oft in der Woche sollte ich trainieren?

Eine optimale Trainingsfrequenz liegt bei 2x bis maximal 3x pro Woche.

Welche Wirkung können Sie spüren?

Oft fühlen sich Hypoxieanwender nach der Behandlung leichter und frischer. Bei Selbstversuchen habe ich zum Beispiel einen deutlichen Energieschub für die Nachmittagssprechstunde erfahren. Daher ist die Mittagspause für mich optimal. Aber auch morgens kann der Start in den Tag mit deutlich mehr Energie verbunden sein. Vielfach wird über einen tieferen, erholsamen Schlaf berichtet.

Wenn Sie Sport treiben, werden Sie in der Regel eine Verbesserung der Fitness spüren. Der Herzschlag wird langsamer. Der gefühlte Stresspegel wird als niedriger empfunden, das heißt, die Stresstoleranz steigt. Die konditionelle Verbesserung kann sich auch positiv auf den Hormonstoffwechsel und das Liebesleben auswirken. Außerdem werden Sie vermutlich auch ohne Umstellung der Ernährung etwas abnehmen. Dies ist natürlich nicht im Sinne des Erfinders. Aber durch die Vermehrung der Mitochondrien und die erhöhte Leistung werden in der Regel mehr Kalorien verbraucht.

Wenn Sie sehr erschöpft mit Gefahr eines Burnout sind, kann die IHHT sehr hilfreich sein. Vermutlich sind etwas mehr Sitzungen erforderlich mit behutsamer Hypoxie und sollte eingebettet sein in ein Gesamtkonzept. Deshalb gibt es ja bei uns eine umfängliche ganzheitliche Sprechstunde.

Für wen ist die IHHT geeignet?

Zunächst kann die IHHT sowohl als Antiaging-Training, als auch als Prävention und auch als Therapie bei Krankheitssymptomen (Begleitmaßnahme) verstanden werden.

Demzufolge kann annähernd jeder ein Sauerstofftraining absolvieren, der etwas für seine Fitness und Gesundheitsprävention tun möchte. In unserer Praxis wurden aus Vorsichtsgründen einige Personen vom Training ausgeschlossen.

Schwangere und Patienten mit Epilepsie, Angstneurosen (Atemmaske!) oder schweren Depressionen sollten nicht trainieren. Ebenso ist kein Training bei akuten (fieberhaften) Infekten zu empfehlen. Auch Patienten mit Polyzythämie, laufender Krebsbehandlung und schweren Herzlungenerkrankungen oder exzessivem Hypertonus sollten nicht zur Behandlung kommen. Auch Patienten im Endstadium schwerer Erkrankungen sind ausgeschlossen.

Sehr sinnvoll dagegen ist eine IHHT bei Erschöpfungsyndromen, allen Stresserkrankungen, auch bei Tinnitus, Durchblutungsstörungen, bestimmten Schwindelformen, leichten Herzkreislauferkrankungen, Hormonstörungen, Schlafstörungen.

Ganz besonders effektiv ist die IHHT bei der chronischen Borreliose.

Was kann die IHHT leisten?

Möglich, aber natürlich nicht garantiert sind:

  • Stoffwechseloptimierung mit Gewichtsreduktion
  • Gefäßverjüngung und Durchblutungssteigerung
  • Steigerung der Fitness, Vertiefung der Erholungsphasen, Stressreduktion durch Erhöhung der Stressresilienz
  • Herz-und Lungenstärkung
  • Verbesserung der Gedächtnisleistung und der Konzentration
  • Günstige Beeinflussung des Hormonhaushalts
  • Ihre Stimmung kann sich positiv verändern

Was kann die IHHT nicht leisten?

Die IHHT wird nicht einen krankmachenden Lebensstil ausgleichen und sie ist kein Allheilmittel gegen alle Erkrankungen. Sie ist ein möglicher Baustein zu mehr Wohlbefinden und Fitness und Stärkung der Prävention mit möglicher positiver Auswirkung auf bereits bestehende bestimmte Erkrankungen – als Begleit- und niemals alleinige Therapie.

Was kostet die IHHT?

Von Privatkassen wird die IHHT sehr oft übernommen – dies ist aber nicht garantiert.

Es gilt immer, was in den jeweiligen Versicherungsverträgen vereinbart wurde.

Die IHHT ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Wir informieren Sie gerne über die Kosten. Sprechen Sie uns gerne an bei allen Fragen für diese innovative Möglichkeit der Gesundheitsstärkung.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit
Dr. Ulrike Walter und Team

Depression, die aus dem Bauch kommt?

Depression, die aus dem Bauch kommt?

Depression, die aus dem Bauch kommt?

Die Häufigkeit einer Depressionserkrankung bei Erwachsenen in Deutschland wird bei ca 10% angegeben mit steigender Tendenz. Antidepressiva gehören mit zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten in der Primärversorgung und einen Therapieplatz bei einem psychotherapeutischen Spezialisten unter einem halben Jahr Wartezeit zu bekommen ist fast unmöglich.

Die Symptome sind sehr bunt und individuell höchst unterschiedlich ausgeprägt. Sie reichen von Antriebslosigkeit, Angststörungen und Panikattacken, Unruhe und Schlaflosigkeit, Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörungen, Mut- und Hoffnungslosigkeit, Schmerzsyndrome vielfältiger Art, Verlust an Lebensfreude und Neugier sowie einer bleiernen Müdigkeit. Die Symptome haben im Rahmen der Post-Covid Erkrankungen eher zugenommen. Ein Teil der Betroffenen kann aufgrund der Schwere der Symptome ihrer beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen.

Was nach wie vor kaum beachtet wird, sind mögliche Zusammenhänge der psychoneurologischen Beschwerden mit Toxinbelastungen, die aus dem eigenen Darm kommen. Darmbeschwerden – wie z. B. das häufige Reizdarmsyndrom – können, aber müssen nicht vorliegen. Eine chronische Obstipation kann bereits eine Autointoxikation (Selbstvergiftung) des Organismus verursachen und eine Kaskade von Entzündungsreaktionen nach sich ziehen. Und nicht selten liegt diesen „depressiven“ Zuständen eine Neuroinflammation, d.h. Entzündungsreaktionen im Nervensystem zugrunde.

Die Toxinbelastung geht der Entzündung voraus.

Aber woher kommen die Gifte?

Selbstverständlich sind wir alle mehr oder weniger mit Toxinen belastet. Jedem ist klar, dass chronischer Alkohol-oder Drogenkonsum nicht gut für uns sein kann. Auch viele Medikamente hinterlassen Spuren in unserem Körper, auch wenn sie teilweise nicht vermeidbar sind. All dies muss ja von unseren Entgiftungssystemen wieder aus dem Körper hinausgebracht oder notfalls an möglichst unschädlichen Stellen deponiert werden.

Leider ist aber auch unsere Ernährung nicht frei von möglichen Schadstoffen, das Metall in unseren Zähnen kann Nebenwirkungen haben und die Luft, die wir atmen ist oft leider auch nicht so rein, wie sich unsere Lunge das wünschen würden.

Eine Hauptursache aber vieler unserer Symptome oder tatsächlichen Krankheiten ist unsere Stressbelastung! Denn chronischer Stress macht Entzündung!

All diese Faktoren führen uns direkt zu unseren Mitbewohnern oder vielmehr zu unseren Vermietern. Denn wir haben eine Bakterienbesiedlung auf unseren Schleimhäuten, allen voran im Darm natürlich, die anzahlmäßig größer ist als wir selbst Körperzellen haben.

Ohne diese Bakterien sind wir nicht lebensfähig, nicht mal im Mutterleib sind wir in einer sterilen Umgebung. Diese Bakterien besiedeln uns direkt nach unserer Geburt, je nachdem wie unsere Umgebung bakteriell geartet ist und was wir von unserer Mutter mitbekommen. Dies wird dann gewissermaßen unser bakterieller Fingerabdruck ­­– das heißt, wir sind ganz individuell mit unserem Mikrobiom ausgestattet.

Allerdings kann sich dieses im Laufe des Lebens verändern – hauptsächlich durch unsere Lebensgewohnheiten und Vorlieben unserer Ernährung. Urwaldbewohner, die sich von Wurzeln ernähren, haben ein völlig anderes und häufig auch viel bunteres Mikrobiom und Darmerkrankungen, Zivilisationskrankheiten und auch Depressionen sind hier viel seltener. Aber diese abgeschotteten Völker gibt es ja auch kaum noch.

Leider können unsere Vermieter sich so verändern bzw. andere Teilhaber dazukommen, dass sie uns nicht mehr nur wohlgesonnen sind. Die intakte Darmbarriere und der gut ausgebildete Darmschleim sind unsere Grenzschicht nach innen bzw. eigentlich auch nach außen wie die Haut eben auch. Sind hier Löcher oder ist der Schleim nicht mehr ausreichend vorhanden, dann dringen auch kommensale Bakterien durch und rufen dann unser Immunsystem auf den Plan, um die Eindringlinge zu bekämpfen. Hinzu kommen pathogene Bakterien, Parasiten, Hefepilze, die sie in einem nicht mehr intakten Milieu munter vermehren und noch mehr Ärger machen.

Unsere Nahrung, die durch ungenügendes Kauen oder Mangel an Verdaungssäften (Säureblocker!) oder durch individuelle Unverträglichkeiten nur halbverdaut bis in den Dickdarm gelangen kann, wird dort hauptsächlich zum Futter der verschiedenen Bakterien. Wenn Proteine liegen bleiben, faulen sie wunderbar in dem warmen Darmbackofen und die Kohlenhydrate gären wie in einer Maische.

Durch den bakteriellen Stoffwechsel entstehen jede Menge Giftstoffe wie Fuselalkohole und andere Zellgifte (Indole, Skatole, Phenole, Ammoniak u. s. w.). Daher kann eine Fettleber entstehen, obwohl kein Tropfen Alkohol getrunken wird. Denn die Leber muss durch die Rückresorption dieser Gifte im enterohepatischen Kreislauf diese wiederholt entgiften, was sie massiv belastet.

Durch diese Missverhältnisse verändert sich mit der Zeit das Mikrobiom hin zu den Bakterienarten, die bevorzugt diese Nährstoffe abbauen, der Ph-Wert verändert sich meist zum alkalischen Bereich und die „gesunden Bakterien“, z. B. Laktobazillen und Bifidobakterien – unter anderem wichtig für unsere Immunabwehr – fühlen sich in diesem Milieu nicht mehr wohl und werden weiter dezimiert. Durch mangelnde Ballaststoffe werden auch die Bakterien, die den Darmschleim neu bilden und die Darmzellen ernähren nicht mehr ausreichend nachproduziert.

Die permanente Auseinandersetzung des darmeigenen Immunsystems mit diesen Eindringlingen sowie die Überschwemmung des Organismus mit den Giftstoffen der Darmbewohner führt zu einer schwelenden Dauerentzündung des Organismus. Das ist eine äußerst ungünstige Situation, denn eine Entzündung dient zur akuten Abwehr von Krankheitserregern und geht nach der Akutsituation zurück, wenn alles nach Plan läuft und der Feind besiegt ist. Wenn der Feind aber ständig zum Guerillakrieg herausfordert, kommt der Krisenherd nie zur Ruhe und weitet sich auf andere Gebiete aus wie z. B.Gelenkentzündungen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Brainfog, Gefäßverkalkungen, Gicht u. v. m. – im Grunde alles einfach Entzündungsvorgänge.

Nach der Toxinbelastung ist also die Dauerentzündung das Problem.

Jetzt führt leider diese Entzündung im Darm dazu, dass auch teilweise wesentliche Mikronährstoffe für den Körper nicht mehr voll aufgenommen oder auch gebildet werden können, was zu Mangelerscheinungen führen kann, auch wenn ich noch so nährstoffreich esse.

Außerdem können Darmbakterien auch Nervenbotenstoffe wie Serotonin oder auch GABA produzieren oder freisetzen. So ist zu verstehen, dass bei unphysiologischer Zusammensetzung der Bakterienflora plötzlich Nervenbotenstoffe nicht mehr in gewünschtem Umfang zur Verfügung stehen können. So kann zB bei einer Fruktoseaufnahmestörung das Tryptophan, welches man für eine Bildung vom Glückshormon Serotonin benötigt, in einer Komplexbildung „weggefangen“ wird und/ oder durch die erhöhte Entzündungssituation in einen anderen Stoffwechselweg umgeleitet wird, bei dem wieder Nervengiftstoffe entstehen können.In jedem Fall kann das Tryptophan für die Umwandlung im Zentralnervensystem fehlen und das mangelnde Serotonin im Darm Motilitätsstörungen wie beim Reizdarmsymptom verursachen.

GABA Mangel verursacht z. B. auch eine erhöhte Schmerzwahrnehmung und kann erhöhte Anspannung verursachen. Histaminerhöhung ist ebenfalls oft als ein Entzündungssubstrat zu finden und kann zu den bekannten Histaminüberschussbeschwerden im gesamten Körper führen.

Außerdem gibt es inzwischen Studien, die zeigen, dass Krankheiten wie M. Parkinson, Demenz, Autismus aber auch koronare Herzkrankheiten ihren tiefen Ursprung AUCH im Darm haben können – neben möglichen genetischen Dispositionen natürlich!

Aber immerhin lohnt es sich, hier etwas näher hinzusehen, weil man durchaus hier einen positiven Einfluss durch Ernährung und Supplemente und natürlich Lebensführung (Bewegung!) und Stressmanagement auf diese Krankheiten erzielen kann-auch neben einer schulmedizinischen Therapie.

Sehr viele Laborparameter sind inzwischen durch einfache Stuhl-, Urin-, Speichel- und Blutuntersuchungen zu erheben und liefern oft wertvolle Hinweise auf Zusammenhänge. Meist sind sie keine Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen.

Auch eine Messung des vegetativen Nervensystems über eine HRV Messung verschafft Einblick in den Aktivitätszustand des Sympathikus und Parasympathikus – ohne die eine sinnvolle Steuerung unseres Lebens nicht möglich wäre.

Pflegen Sie Ihren Darm – denn er ist Mutter und Vater Ihrer körperlichen und seelischen Gesundheit!

Ulrike Walter

Das Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom

Der Begriff Reizdarm ist keine wirkliche Diagnose, sondern beschreibt einen Symptomenkomplex – genauso wie Kopfschmerzen auch keine Diagnose darstellen.

Die Symptome sind nach der Übereinkunft in den ROM IV Kriterien festgehalten:

Spasmen, Stuhlunregelmäßigkeiten und Meteorismus. Obligat sind Schmerzen im Bauchbereich mindestens an 1 Tag in der Woche und noch weitere Faktoren.

Immerhin sollen 20-30% der Bevölkerung betroffen sein mit einem Altergipfel vom 20. bis 40. Lebensjahr. Frauen sind doppelt so häufig betroffen.

Es handelt sich um eine definitionsgemäß rein funktionelle Erkrankung, da endoskopisch kein Korrelat für die Beschwerden gefunden werden kann.

Viele der Betroffenen ernähren sich nach landläufiger Meinung eher besonders gesund und sind trotzdem krank. Bekannt ist der Grundsatz: man lebt nicht von dem, was man isst, sondern von dem, was man verdaut. Und man könnte noch hinzufügen: was hilft die gesündeste Nahrung, wenn mein Körper krank davon wird.

Das heißt: was ist für mich gesund?

Genaue Ursachen des Reizdarms sind bisher unbekannt. Erklärungsversuche sieht man in einer erhöhten Empfindlichkeit des enterischen Nervensystems mit Beeinträchtigung der Darm-Hirnachse und möglicherweise gestörtem Serotoninstoffwechsel. Außerdem vermutet man eine Ursache durch Mikrobiom-Veränderungen. Einer ganzen Reihe von chronischen Reizdarmsymptomen ging eine Episode mit Antibiotikaeinnahme oder eine schwere gastrointestinale Infektion voraus.

Wichtig ist die Differentialdiagnose zu anderen Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, die aber durchaus individuelle Schnittmengen mit dem RDS (Reizdarmsyndrom) haben können.

Hierzu zählen: Nahrungsmittelintoleranzen (Fruktose, Laktose, Sorbit), Nahrungsmittelallergien (z. B. Weizen, Gluten), Histaminintoleranz, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Mangel an Enzymen und Mikronährstoffen, Toxin-Belastungen, Motilitätsstörungen, Gallensäurerückresorptionsstörungen, Divertikulose, Candidose, Dysbiose und mehr.

Eine genaue Anamnese der Stuhlgewohnheiten im Rahmen einer möglichst umfangreichen ganzheitlichen Anamnese ist zwingende Voraussetzung, um den Patienten mit seiner individuellen Beschwerdesituation vollumfänglich zu erfassen. Hierbei sollte auch nach der psychischen Befindlichkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Hautveränderungen, Herzkreislaufbeschwerden usw. gefragt werden. Sodann sollte eine schulmedizinische Basisdiagnostik mit Abdomenpalpation, Sonografie und Labor erfolgen. Selbstverständlich sollten auch die bekannten Atemtests zum Ausschluss der Kohlenhydratintoleranzen durchgeführt werden. Zuletzt schließen sich die endoskopischen Verfahren an.

Viele meiner Patienten sind vollständig und regelrecht diagnostiziert worden und es wurden keine pathologischen Befunde erhoben, welche die Beschwerden erklären konnten, obwohl der Leidensdruck immens ist. Die Symptome werden deshalb als „funktionell“ bezeichnet und deshalb auch immer wieder in den Bereich der psychosomatischen Beschwerden eingereiht.

Nach meinem Verständnis wird man diesem Beschwerdebild bei einer so großen Anzahl von Betroffenen mit ähnlichen Klagen nicht gerecht. Es fragt sich, ob nicht häufiger das körperliche Leiden auch eine seelische Beeinträchtigung nach sich zieht.

Also ist es erforderlich, dass man tiefer nach Ursachen forscht.

In meiner ganzheitlichen Sprechstunde beginne ich regelmäßig nach der umfassenden Anamnese mit der Messung des vegetativen Nervensystems (HRV). Hier kann ich schnell eine parasympathische Dysfunktion erkennen, welche eine Dysfunktion im Gastrointestinaltrakt mitbedingen kann. Der Parasympathikus steuert wesentlich die Verdauungsfunktion.

Ein für mich unverzichtbarer Teil meiner komplementärmedizinischen Diagnostik ist die Untersuchung nach den Regeln der Applied Kinesiology (nicht schulmedizinisch validiert). Hier kann ich nach meiner Erfahrung schon eine gewisse Tendenz der Beschwerdeursachen finden, welche dann auch die nachfolgende Labordiagnostik bestimmt. Meistens liegen immer verschiedene Gründe vor, die schließlich zu der Chronifizierung der Beschwerden geführt haben. Eine genetische Disposition mag immer wieder vorliegen, aber Umweltfaktoren führen dann schließlich zum Ausbruch der Symptome.

Welches Laboruntersuchungen machen zusätzlich Sinn?

Hier versuche ich ein sinnvolles Vorgehen, da eine ganze Reihe der hauptsächlich komplementärmedizinischen Laboruntersuchungen keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen darstellen.

Hierzu zählen in erster Linie die Stuhluntersuchungen zur Mikrobiomdiagnostik, welche wirklich in den meisten Fällen-für mich- unverzichtbar sind. Außerdem ist es wichtig, einen Überblick über die Schleimhautsituation des Darms (Leaky-Gut-Syndrom) und Entzündungszeichen sowie die Abwehrbereitschaft und ggf. eine mangelnde Verdauungsleistung des Pankreas zu bekommen. Individuell je nach den Ergebnissen der kinesiologischen Untersuchung stellt sich dann die Frage nach weiteren Labortests hinsichtlich Histaminabbaustörung (z. B. DAO, DAO Aktivität, Histamingehalt des Stuhls, Histaminmetaboliten im Urin ect), Candidabelastung und Parasitendiagnostik, welche schwierig ist, aber deshalb trotzdem versucht werden sollte. Selbstverständlich sind auch Tests auf Nahrungsmittelintoleranzen mit IGE- und eventuell IGG- Bestimmungen (zumindest umstritten) individuell erforderlich.

Schließlich ist es wichtig, die Mikronährstoffe, welche für die Darmfunktion wichtig sind, zu analysieren und ggf. einen Blick auf das Serotonin und den Tryptophanstoffwechsel zu werfen.

Insgesamt wird man mit diesen Analysen einen guten Einblick auf die individuelle Situation gewinnen können und danach die Therapiestrategie ausrichten. Sehr häufig sind allerdings dann Ernährungsumstellungen erforderlich, die nicht immer beliebt sind. In den meisten Fällen müssen sie keineswegs für immer sein, aber ohne Disziplin geht es nicht. Wenn die Patienten aber sehen, dass aber Maßnahmen greifen, ist die Motivation oft sehr hoch. Natürlich kann man sehr gut mit einer Fülle unterschiedlicher Darmtherapeutika unterstützend eingreifen- allerdings nicht nach dem Motto: viel hilft viel, sondern gezielt und nach einem sinnvollen Schema. Detox- und Entsäuerungsmaßnahmen, Entlastungstage, Stressmanagement, Bauchmassagen, Colon-Hydrotherapie, Leibwickel, Bewegung, Meditationsformen, Stärken der Mitte mit Maßnahmen aus der TCM u. v. m. können außerdem Unterstützung bieten.

Und das Wichtigste:

Zeit nehmen zum Essen, slow Food, Konzentration auf das Essen und: Kauen, kauen, kauen.

So kann in vielen Fällen das chronische RDS sehr günstig beeinflusst werden, selbst wenn eine gewisse Darmempfindlichkeit bleibt. Aber wenn man weiß, was man tun muss, um wieder ins Lot zu kommen, ist man dem Ganzen nicht mehr hilflos ausgeliefert.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ulrike Walter

Fruktosemalabsorption

Fruktosemalabsorption

Fruktosemalabsorption

Die Fruktosemalabsorption ist der korrekte Name für die landläufige Fruktoseintoleranz. Sie gehört zu den Kohlenhydratintoleranzen.

Die Fruktosemalabsorption ist abzugrenzen von der angeborenen Fruktoseintoleranz.

Die Ursachen der erworbenen Fruktoseintoleranz sind vielfältig. So findet man sie als Begleitsymptom bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Dysbiosen, Candidosen, Schwermetallbelastungen, Medikamenteneinnahme (z. B. Magensäureblockern) oder Enzymmangel der Bauchspeicheldrüse. Die Liste ist nicht vollständig.

Die Symptome sind Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfälle, Übelkeit nach dem Essen, Reizmagen bis zu etwa maximal 2 Stunden nach dem Essen. Außerdem können auch extraintestinale Symptome wie depressive Verstimmung, Konzentrationsstörungen, innere Unruhe, Müdigkeit etc. vorliegen.

Die Diagnose wird im H2-Atemtest- Fruktose gestellt. Hierbei wird nach etwa 60 Minuten eine erhöhte Wasserstoffkonzentration in der Atemluft des Probanden gemessen, welche durch die Fruktose verstoffwechselnden Bakterien im Darm entsteht. B6, Zink und Folsäure sind für die Fruktose-Verstoffwechselung wichtig, daher sollten sie überprüft werden.

Der Mechanismus der Fruktosemalabsorption ist eine Hemmung des Transportmechanismus von Fruktose durch die Dünndarmschleimhautzelle. (Glut 5 Transporter). So bleibt zu viel Fruktose im Dünndarmlumen zurück, welche Wasser bindet und durch bakterielle Verstoffwechslung zu Gärung führt. Dies macht die Beschwerdesymptomatik aus. Traubenzucker, L-Glutamin und andere Aminosäuren können die Aufnahme der Fruktose verbessern, daher kann man bei Obstgenuss durch etwas Zufügen von Traubenzucker die Bekömmlichkeit erhöhen.

Sorbit ist der Zuckeralkohol der Fruktose und wird über den gleichen Transportmechanismus aufgenommen. Die Aufnahme erfolgt generell sehr langsam. Hoher Sorbit verzehr kann auch bei Gesunden Beschwerden hervorrufen.

Listen von Lebensmitteln und Getränken mit hohem Sorbit- und Fruktoseanteil können überall im Internet gefunden werden und es gibt auch sehr gute Apps, welche gut zur schnellen Kontrolle von Sorbit, Fruktose und auch Histamin Gehalt von Nahrungsmitteln benutzt werden können.

Bei Fruktoseintoleranz sollten immer auch Sorbit haltige Nahrungsmittel gemieden werden.

Ein wichtiger Punkt ist noch die Bindung von Fruktose an Tryptophan. So steht nicht mehr genügend Tryptophan zur Serotoninbildung bereit. Die Folgen sind eine Entzündungsneigung und Störungen der Darmbewegungen. Wenn zusätzlich noch wenig Tryptophan mit der Nahrung aufgenommen wird, kann der Tryptophanmangel auch zu einer depressiven Stimmungsbeeinträchtigung führen.

Es muss individuell ausprobiert werden, welche Fruktosemengen noch vertragen werden. Generell sollten auf einmal immer nur kleine Mengen verzehrt werden und Glucose dazu gegeben werden.

Die Versorgung mit Vitamin B6, Zink und Folsäure, und L- Glutamin sollte optimiert werden. Zu viel Fruchtzucker ist generell ungünstig hinsichtlich Gewichtszunahme, Leberstoffwechselbelastung, Insulinresistenz und Diabetes zu betrachten. Probiotika können hilfreich sein und wichtig ist immer die weitere Abklärung, welche Ursachen noch in der Fruktosemalabsorption begründet sein können.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit

Ulrike Walter

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