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Hilfe für Tinnituspatienten durch Zungenstimulation?

Hilfe für Tinnituspatienten durch Zungenstimulation?

Tinnitus kann als Symptom mit unterschiedlichen Ursachen eine heftige Belastung für die Betroffenen darstellen. Eine Heilung, das heisst Befreiung von den lästigen Ohrgeräuschen gibt es bis dato nicht. Trotzdem können immer wieder geeignete Verfahren den Leidensdruck der Patienten mildern, so dass für sie ein Leben mit Tinnitus einfacher wird. Zu den etablierten Methoden gehören Counselling (Aufklärung und Beratung), Entspannungsverfahren, Hörgeräteversorgung falls erforderlich mit und ohne Rauschgeräten sowie Verhaltenstherapie.

Die Mehrzahl der Ohrgeräusche gehen mit (beginnenden) Hörminderungen einher und sind möglicherweise als Ausdruck fehlender Stimulation der zentralen Hörzentren durch Einbuße verschiedener Frequenzen im peripheren Sinnesorgan Hörschnecke zu verstehen. Genaueres ist nicht bewiesen. Ebenso gibt es aber Patienten, bei denen mit gängigen Methoden (noch) keine Hörminderung nachweisbar ist.

Tieftonhörverluste und tiefes Brummen deutet nach meiner persönlichen Erfahrung eher auf muskuläre Ursachen des Tinnitus z.B. bei Bruxismus hin. Stressphänomene spielen eine entscheidende Rolle bei der verstärkten Wahrnehmung, Bewertung und Verarbeitung des Phänomens Tinnitus, sind aber nach gängiger Meinung wohl nicht die wirkliche Ursache der Ohrgeräusche. In unserer ganzheitlich ausgerichteten HNO-Praxis führen wir neben den etablierten schulmedizinischen Verfahren der neurootologischen Diagnostik mit Tinnitusbestimmung sowie standardisierten Fragebögen auch komplementärmedizinische Verfahren zur Beurteilung des Vegetativums (VNS) Messung sowie Laboruntersuchungen zur Bestimmung der neuroendokrinen Profile durch. Außerdem liefert mir besonders die AK = FMD Diagnostik (Applied kinesiology) wertvolle Hinweise auf mögliche Zusammenhänge der Tinnitusbelastung zb mit Störherden im Kopf-Halsbereich. Ich weise nochmals darauf hin, dass diese Verfahren nicht Teil der schulmedizinischen Diagnostik sind und auch in der Schulmedizin nicht bewiesen oder auch von ihr unterstützt werden.

Die komplementärmedizinischen Verfahren sind nicht Teil der Kassenleistung. Wir bieten auch ausführliche komplementärmedizinische Tinnitussprechstunden an, die deutlich über die schulmedizinischen Verfahren hinausgehen, aufgrund der ganz anderen Herangehensweise. Wir informieren Sie dazu gerne, es sind hierfür gesonderte Sprechstundentermine erforderlich. Eine Erfolgsgarantie können auch komplementärmedizinische Diagnostik-und Therapieverfahren nicht geben.

Unsere Praxis nimmt seit Jahren auch an einem hörtherapeutischen Verfahren im Bereich der neuromodulativen Tinnitusbewältigung teil, welches von vielen Krankenkassen unterstützt wird. Dieses Verfahren kann nur sinnvoll angewendet werden, wenn eine Tinnitusfrequenz gemessen werden kann. Diese Frequenz wird dann aus dem individuellen Musikrepertoire des Patienten herausgenommen und neben ein paar anderen technischen tools dem Patienten als 90 minütiges, tägliches Hörübungsprogramm wieder zugeführt. Nach einigen Jahren Erfahrung kann ich sagen, dass bei einer Reihe von Patienten positive Auswirkungen auf die Tinnitusbelastung zu verzeichnen waren. Bei mir waren (d. h. subjektives Empfinden) es besonders Patienten mit Hochtonschwerhörigkeit und Tinnitusfrequenz in eben diesem Bereich, die davon profitiert haben - aber nicht nur. Therapieversager gibt es wie bei jedem anderen Verfahren auch.

Nun hat die Uni Regensburg ein neues Verfahren zur Tinnitusentlastung getestet.

Hierbei geht es um ein nicht-invasives gerätebasiertes Verfahren, bei dem einerseits über Kopfhörer Töne angeboten werden und gleichzeitig eine Elektrostimulation der Zunge erfolgt. Was ist der Hintergrund?

Man geht ja davon aus, dass der Tinnitus ja relativ schnell in zentralen Hörzentren in einer Art Dauerschleife vorhanden ist als Zeichen der Überaktivität der Hörbahn. Deshalb sind auch oft Verfahren, die nur auf die Cochlea fixiert sind, wenig erfolgreich. Diese neuartige Therapie nun versucht die zentralen Zentren, die eben nicht nur mit Hörwahrnehmung sondern auch mit anderen Sinneseindrücken versorgt werden, zweifach zu stimulieren. Das bedeutet, dass wenn weniger Stimulation durch Höreindrücke wie z. B. bei cochleären Verlusten auftritt, dafür Sinneseindrücke über Elektrostimulation aus anderen Sinnesbereichen verstärkt zugeführt werden. Dadurch soll eine Herabregulation der Tinnitusbelastung erreicht werden.

Die Therapie war zunächst auf 12 Wochen bei täglicher Anwendung für 1 Stunde begrenzt.

Hierbei konnte in vielen Fällen gezeigt werden, dass eine Besserung des Tinnitus zu verzeichnen war entsprechend Fragebögen oder Skalenbewertung. Das Verfahren wurde bei Normalhörigen und auch Patienten bis zu einem mittleren Hörverlust durchgeführt. Die Besserung des Tinnitus hatte auch oft über die Therapiedauer angehalten. Hyperakusis konnte ebenfalls damit in manchen Fällen gebessert werden.

Weitere Studien hiefür sind erforderlich und es bleibt abzuwarten, wie erfolgreich sich diese neue Methode gestalten wird. Sicherlich sind verschiedene Formen von Tinnitus nicht mit einer Methode zu behandeln. Genau deshalb, versuche ich mehr dem individuellen Wesen des Tinnitus bei meinen Patienten näher zu kommen. Nach Dr. Golenhofen gibt es eben die verschiedenen Tinnitusarten, die in der Cochlea, im sensomotorischen System, im systemisch toxisch-metabolischen Bereich und im zentralen Hörsystem ihren Ursprung haben. Daher wird es immer sinnvoll sein, nicht generelle, sondern individuelle Linderungsverfahren zu suchen. Aber dafür ist es gut, ein breiteres Portfolio zu haben.

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit!

Ulrike Walter

HNO Nürnberg

Dr. med. Ulrike Walter

HNO-Ärztin · Naturheilverfahren · Akupunktur

Königstr. 33-37,
Ostermayr-Passage
90402 Nürnberg
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